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PIT – Prävention im Team

 

Das Heinrich-Schliemann-Gymnasium gehört zu den wenigen mittelfränkischen Gymnasien, die im laufenden Schuljahr in enger Zusammenarbeit mit der Polizeidienststelle Fürth am Projekt PRÄVENTION IM TEAM (PIT) teilnimmt.

Ein erstes Gespräch zwischen den Verantwortlichen fand am 13.10.2008 statt.

Eine schulinterne Lehrerfortbildung ist noch während des Monats Oktober geplant.

Die Maßnahmen werden hier laufend ergänzt.

Zunächst wird das Projekt hier mit dem offiziellen Wortlaut des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vorgestellt:


“Das Präventionsprogramm PIT ist ursprünglich in Schleswig-Holstein entwickelt worden. Inzwischen ist es nicht nur in Bayern, sondern auch in zahlreichen anderen Ländern – zugeschnitten auf die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Länder - modifiziert bzw. neu gestaltet worden.

In Bayern führten die Bayerischen Staatsministerien für Unterricht und Kultus und des Innern gemeinsam mit dem Bayerischen Landeskriminalamt und dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung das Pilotprojekt PIT über einen Zeitraum von 18 Monaten hinweg (2001/2002) in den Jahrgangsstufen 7 und 8 an 43 bayerischen Volks-, Haupt- und Realschulen erfolgreich durch. Arbeitsgrundlage bildete dabei das schleswig-holsteinische Modell.

Das Gesamtprojekt wurde durch eine Evaluation des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) und des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) begleitet. Nach diesen Ergebnissen wurde beschlossen, das Präventionsprojekt PIT in der vorliegenden bayerischen Version zu modifizieren und diese flächendeckend und schulartübergreifend für alle bayerischen Schulen ab dem Schuljahr 2003/2004 als Präventionsprogramm anzubieten.


Grundlegende Zielsetzungen

Eines der grundlegenden Zielsetzungen von PIT ist weniger die kognitive Aneignung von Wissen problematischer Sachverhalte, sondern vielmehr das Bewusstwerden und das Erkennen von Konflikten. Im Zuge dessen geht es um die Entwicklung von Lösungsstrategien und das Verbessern des sozialen Klimas in den Klassen und damit auch in der gesamten Schulgemeinschaft. Dafür ist wesentliche Voraussetzung einerseits, sozial verträgliche Verhaltensweisen möglichst frühzeitig im Unterricht zu entwickeln und andererseits die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler durch den Auf- und Ausbau personaler und sozialer Kompetenzen (Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Eigenverantwortlichkeit) zu stärken. Da Eltern immer häufiger aus den unterschiedlichsten Gründen heraus bestimmte Erziehungsaufgaben (siehe Familie oben) nicht mehr zu leisten im Stande sind, werden die Schulen immer öfter im Rahmen des allgemeinen Erziehungsauftrages der Schulen in die Pflicht genommen.

Weitere Zielsetzungen von PIT werden darin gesehen, den Jugendlichen konstruktive und gewaltfreie Problem- und Konfliktlösungsmöglichkeiten an die Hand zu geben. Durch die Stärkung der Werteerziehung soll u. a. die Verantwortung für gefährdete Mitschülerinnen und Mitschüler geweckt und der Mut und die Bereitschaft zur Zivilcourage gestärkt werden. All dies soll sich positiv auf das Klassenklima sowie auf das gemeinschaftliche schulische Zusammenleben auswirken. Langfristig sollen durch dieses Projekt PIT auch verlässliche Strukturen der Verständigung und der Zusammenarbeit zwischen den Schulen selbst, mit der Polizei und anderen mit der Präventionsarbeit befassten Institutionen aufgebaut werden.

Auf diese Weise wird angestrebt, eine Art Netzwerk von engagierten Lehrkräften, Sozialpädagogen und Polizeibeamten sowie anderen mit der Prävention befassten Experten aufzubauen.

Kernpunkte des Programms sind demnach:

bulletbei den Schülerinnen und Schülern soziale Kompetenzen weiter zu fördern und die individuelle Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen;
bulletin einem Team die Zusammenarbeit von Schule, Polizei und anderen außerschulischen Partnern gemeinsam zu gestalten;
bulletauch andere Präventionsprojekte bzw. -programme in PIT zu integrieren und mit anderen Einrichtungen zusammenzuarbeiten.


Grundsätzliches Charakteristikum

Nachhaltige Erfolge sind nur auf der Basis eines ganzheitlichen Ansatzes zu erreichen.

Das Programm PIT enthält überwiegend Unterrichtsbeispiele, die nicht nur auf theoretischer Wissensvermittlung zu den einzelnen Themenbereichen Gewalt, Sucht und Eigentumsdelikte beruhen, sondern in gleichem Maße auch ein Training der allgemeinen Lebenskompetenzen (Life Skills Konzept) beinhalten sowie auf die Stärkung der Persönlichkeit abzielen. Das Basistraining der allgemeinen Lebenskompetenzen ist deshalb Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit mit PIT, weil letztlich über diese angesprochene Erweiterung personaler und sozialer Kompetenzen die Einzelpersönlichkeit des Schülers gestärkt werden soll.

Adressaten

PIT ist ein Programm, das für alle Schularten gedacht ist und sich an alle Schularten richtet.

In der Praxis bewährt hat sich die Durchführung

bulletdes Themenbereichs Eigentumsdelikte in der 6. Jahrgangsstufe. Bei diesem Thema spielt die Strafmündigkeit ab 14 Jahre eine besondere Rolle. Die Polizei sollte nicht erst dann in die Schulen gehen, wenn bereits Delikte in diesem Bereich zu verzeichnen sind.
bulletdes Themenbereichs Gewalt ab der 7. Jahrgangsstufe und
bulletdes Themenbereichs Sucht ab der 8. Jahrgangsstufe.


Eingebunden in den jeweiligen Fachunterricht, werden mit einem Team aus Lehrkräften, Polizeibeamten und weiteren Experten die kriminalpräventiven Schwerpunktthemen „Gewalt“, „Sucht“ und „Eigentumsdelikte“ behandelt. Die jeweilige Lehrkraft der Klasse wählt zusammen mit den Schülern das Einstiegsthema (Gewalt, Sucht, Eigentumsdelikte) je nach der Altersstufe und/oder der Aktualität aus.



Für den Themenbereich Sucht bietet sich an, schon in der 5. und 6. Jahrgangsstufe eine Art Basisprogramm durchzuführen, um dann in der 8. Jahrgangsstufe im Sinne von Nachhaltigkeit darauf aufbauen zu können. Eine Verknüpfung mit den Themen Fremdenfeindlichkeit oder Aids (z. B. mit dem Programm „LIZA – Liebe in Zeiten von Aids“) wäre zusätzlich in der 9. Jahrgangsstufe denkbar.


Konkrete Umsetzung des Programms

Von den Lehrkräften und Polizeibeamten, die in der Pilotierungsphase beteiligt waren, wurden praxisbezogene Unterrichtskonzepte zur Präventionsarbeit erstellt. Dabei wurden vor allem die Möglichkeiten für eine intensive Kooperation mit dem Elternhaus ausgelotet. Die im vorliegenden Programm vorgestellten Bausteine werden nun verknüpft mit vielfältigen unterschiedlichen Übungen aus dem Bereich des sozialen Lernens. Diese Teamübungen dienen neben dem bereits angesprochenen Aufbau und der Verstärkung sozialer Kompetenzen, der Wertevermittlung, insbesondere jedoch auch dem Abbau von Aggressionen und Gewaltbereitschaft.


Voraussetzungen seitens der Lehrerfortbildung

Lehrerinnen und Lehrer, die PIT an ihrer Schule umsetzen wollen, sollten bereits eine gewisse Erfahrung mit Präventionsprogrammen haben, aber auch mit Ansätzen der modernen Suchtprävention vertraut sein. Ansonsten kann das Sozialkompetenztraining, das PIT wie ein roter Faden durchzieht, nicht überzeugend weitergegeben werden. Weniger erfahrene Lehrkräfte sollten den gedanklichen Austausch mit Partnern suchen, die PIT bereits durchgeführt haben. In jedem Falle empfiehlt es sich, an speziellen Fortbildungsprogrammen im Bereich Teambildung, Konflikttraining sowie sozialem Lernen teilzunehmen. An der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen stehen hierzu eine Reihe von Angeboten zur Verfügung, z. B. zu Lions-Quest „Erwachsen Werden“, Mediatoren-/Streitschlichterausbildung, Kooperatives Lernen nach Norm Green).


Schwerpunktsetzung auf dem Team

Teamgeist und Teamarbeit, die wesentlichen Stützen der Präventionsarbeit, werden nicht allein durch eine enge Zusammenarbeit im Lehrerkollegium an der Schule gefördert, z. B. durch Lehrertandems, die gemeinsam den PIT-Ansatz in die Klassen hineintragen. Ebenso wichtig jedoch ist eine intensive, in gemeinsamer Absprache vor Beginn des PIT- Programms festgelegte Zusammenarbeit zwischen der Schule und ihren Partnern im außerschulischen Bereich, z. B. Polizei, Jugendgericht, Suchtklinik, kommunale Jugendeinrichtungen.

Im Rahmen des Präventionsprogramms besteht das Angebot der Polizei mit einer bestimmten Anzahl von Schulen, PIT besonders intensiv durchzuführen. Interessierte Schulen werden seitens der Regierungen bzw. der zuständigen Ministerialbeauftragten dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus gemeldet. Für die Schule wird ein örtlich zuständiger Ansprechpartner seitens der Polizeibehörden benannt, der die ausgewählten unterrichtlichen Schwerpunkte durch sein persönliches berufliches Erfahrungswissen bereichert. Er (be)wertet das strafrechtliche Verhalten Jugendlicher anhand authentischer Beispiele, erörtert dabei die möglichen Konsequenzen für Opfer und Täter und bietet den Jugendlichen hierdurch einen wirklichkeitsnahen Zugang zur jeweiligen Thematik. Damit soll ein möglichst großer Nachhaltigkeitseffekt erzielt werden, der es den Schulen ermöglicht, auch in den darauf folgenden Jahren effektive Präventionsarbeit zu leisten.