Kooperation mit dem Jüdischen Museum Franken

Meine Aufgabe seit September 2015 besteht darin, das Jüdische Museum Franken in seiner pädagogischen Arbeit zu unterstützen. Ich trete hier die Nachfolge von Johannes Seuser an, der dieses Amt über drei Jahre bekleidet hatte. Die Struktur meiner Tätigkeit erwies sich als sehr vielschichtig: Fortbildungen, inhaltliche Recherche, Kontakte zu Museumsführern, Erarbeiten von Unterrichtseinheiten, Erstellen von Bücherlisten, Analyse des Lehrplans, Kennenlernen der museumspädagogischen Arbeit anderer Häuser, regelmäßige Treffen am Museumspädagogischen Zentrum München (MPZ) und vor allem Unterstützung der Museumspädagogin Katrin Thürnagel.

Ich bin fasziniert von dem Blick über den Tellerrand, der museumspädagogischen Arbeit, den Impulsen, die von Originalen ausgehen und von der Weise, wie Schülergruppen durch das Museum gelotst werden. Sehr unterschiedlich sind diese Gruppen und sehr unterschiedlich sind die Museumsführer. Keine Führung gleicht der anderen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Ereignisse und der vor allem durch die Medien geschürten irrationalen Angst vor Fremdem empfinde ich die Sensibilisierung, die hier stattfindet, als besonders wertvoll. Anhand der Geschichte der Integration der Juden in Fürth vor dem Nationalsozialismus und der Reflexion der schrecklichen Dynamik im Dritten Reich, die mit der Vernichtung und Vertreibung der Juden in Fürth endete, kann man für heute eine Menge lernen. Die Offenheit der Kinder unterschiedlicher Religionen und Nationalitäten, die das Museum besuchen, bewegt mich. Über die Presse nehme ich wahr, dass viele Menschen in Deutschland als Reaktion auf die Zuwanderungsströme, unruhig werden, sich politisch neu orientieren, teilweise sogar radikalisieren und irrationale Ängste entwickeln. Auch meine Schülerinnen und Schüler thematisieren diese Ängste, im Unterricht höre ich Kommentare und finde in Bildern die Thematik wieder. Ich glaube, was man dem entgegensetzen kann ist Folgendes: genauer hinsehen, nachfragen, Toleranz üben, ins Gespräch kommen, aber vor allem eigene Erfahrungen machen und sich nicht mit den Informationen aus den Medien begnügen.

Hier bin ich sehr froh über die Initiative des Jüdischen Museums. In diesem Rahmen können sich unsere Schülerinnen und Schüler über eine Religion und die dazugehörigen Werte und Gebräuche informieren, die bis heute in ihrer Stadt beheimatet ist. Sie vergleichen, erkennen Unterschiede und Gemeinsamkeiten und lernen es, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen und ihre eigenen Wurzeln wahrzunehmen. Die Angst vor dem Fremden, die Beschämung, die uns aufgrund unserer deutschen Geschichte befällt, wenn wir uns dem Thema Judentum zuwenden, wird hier benannt. Man hat hier die Chance, selber zu erleben - nicht nur über die Medien, oder Texte im Schulbuch.

Ein wichtiges Ereignis steht bevor: Im Mai 2018 soll der Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Franken eröffnet werden. Bereits jetzt wird dafür recherchiert und konzipiert. Im Erdgeschoss des Altbaus soll die Museumspädagogik mit eigenen Räumen angesiedelt werden. Es existieren vielfältige Ideen, diesen neuen Raum zu nutzen – wir dürfen gespannt sein.

Johanna Klose, Kunsterzieherin am HSG

Teilabgeordnete Lehrkraft des MPZ München

schule(at)juedisches-museum.org

Tel. 0911/977986-25 (Büro des Jüdischen Museums Franken)

Kooperation mit dem Jüdischen Museum Franken

Ausstellungseröffnung am 24.04.2012 mit großem Andrang und Interesse, sowie guter Stimmung.
 

Ausstellung "Mein Haus" vom 25.4.-22.5.2012
Eine Präsentation der Seminararbeiten aus dem Fach Kunst des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums Fürth

Im Herbst 2010 gingen die Schüler des wissenschaftspropädeutischen Seminars in Kunst am Heinrich-Schliemann-Gymnasium auf mehrere Streifzüge durch Fürth, auf Erkundungstouren zu historischen Gebäuden der Stadt. Jeder wählte danach »sein Haus«. Die Geschichte des Gebäudes wurde zum Inhalt einer eineinhalb Jahre dauernden Recherche. Der wissenschaftliche Teil, die Seminararbeit, fand Ergänzung durch eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Haus. Inspiriert sind die entstandenen Arbeiten durch die Geschichte, die Bewohner, das Erscheinungsbild und die Nutzung des Gebäudes. In der Ausstellung sind die künstlerischen Arbeiten zu sehen und zu hören, die Seminararbeiten liegen in der Bibliothek des JMF aus.

Das Seminar fand unter der Leitung von Johanna Klose statt und wurde inhaltlich durch das Quartiersmanagement Fürth und das Jüdische Museum Franken unterstützt.

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