Tschick meets Physik oder: Die Fünfzehn auf die Dreißig

Gleich in den ersten Schulwochen wurde von der Klasse 8C im Deutschunterricht der Jugendbuchbestseller "Tschick" von Wolfgang Herrndorf gelesen. Am 17. Oktober stand jedoch nicht die Handlung oder die Charakterisierung von Figuren im Mittelpunkt. Stattdessen trafen wir uns im Physiksaal mit Herrn Roos und Frau Pfahl und überprüften an einer Schalttafel, ob die Beschreibung im Buch, ein Auto kurzzuschließen, der Realität standhielt: Tatsächlich, es funktionierte, wenn auch nicht so einfach wie beschrieben. Beim zweiten Versuch probierten die Schüler mit zwei Wassergläsern und Strohhalmen, ob man tatsächlich durch Ansaugen eine Flüssigkeit in ein zweiten Behältnis umfüllen kann. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten hatte jeder das physikalische Prinzip verstanden: Wasser floss aus einem Gefäß ins andere - und auch mal über den Tisch. Dass das Ganze nichts mit "kommunikativen Röhren", wie Maik es im Roman nennt, zu tun hat, wurde uns bald klar. Da soll nochmal einer sagen, in der Schule lerne man nicht fürs Leben ...

Poetry Slam am 04.05.!

Sehr geehrte Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrkräfte,


herzliche Einladung zum Poetry Slam für Fürther Schulen am 04.05. um 18.30 Uhr in der Auferstehungskirche Fürth. "Slammen" - das heißt so viel wie "schlagen" oder "werfen". Mit Worten um sich werfen. Sich Worte zuwerfen. Andere mit Worten bewerfen? Worte wie Messer werfen? Sich ganz in die Poesie werfen? All das kann geschehen, wenn wir uns am 04.05. unter dem Motto "Hier stehe ich" in der Auferstehungskirche einfinden. Diese Veranstaltung, die die Fachschaft Deutsch des HSG mitorganisiert, ist Teil des Reformkiosks, eines Fürther Kunstprojekts zum Ende der Lutherdekade. Und Martin Luther hat seinen Zeitgenossen ja auch Worte an den Kopf geworfen. Und ihnen viel Neues, viel Außergewöhnliches an die Hand gegeben. Deshalb freuen wir uns auf zahlreichen Besuch. Als Zuhörer - oder bist du in der 9. Klasse bzw. älter und traust dich selbst aufs Podest, um deine selbstverfassten Texte zum Klingen zu bringen? Dann sprich einfach deine Deutschlehrerin oder deinen Deutschlehrer direkt an! Wir wollen euch hören ...  

Besuch von Dürrenmatts "Die Physiker"

Besuch eines Deutschkurses im Theaterstück „Die Physiker“ Etwa die Hälfte des Deutschkurses D2 der 11. Jahrgangsstufe traf sich nach dem morgendlichen Unterricht noch einmal am Freitagabend, 10. Februar, um gemeinsam mit Herrn Bretschneider, Herrn Eysenbach und Herrn Andreotti eine Inszenierung des Stückes „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt zu besuchen. Hierbei handelte es sich um ein „Erlebnistheater“ der MusicalCOM in Nürnberg-Muggenhof, bei dem das Stück durch musikalische Einlagen angereichert und der groteske Charakter des Werkes hierdurch besonders unterstrichen wurde. Auch thematisch passte dieser Theaterbesuch gut in den Unterrichtskontext, denn auch wenn Dürrenmatt literaturgeschichtlich erst in der 12. Klasse zu verorten wäre, so wurde im Rahmen der obligatorischen „Faust“-Lektüre der 11. Klasse die stets aktuelle Frage nach Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis thematisiert und diskutiert. Einen besonderen Reiz erhielt der Besuch aber vor allem auch dadurch, dass mit Katia Werkmeister eine Kursteilnehmerin selbst in der Aufführung mitwirkte. Somit war dies für alle Beteiligten ein wahrhaftig erlebnisreicher Theaterbesuch.

11.01.2017

Teilnahme am Forschungsprojekt LisE der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Welche Rolle spielen unsere Gefühle beim Lesen und Verstehen von literarischen Texten? Dieser Frage geht der Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im aktuellen Forschungsprojekt "Literarisch stimulierte Emotionalität" (LisE) nach. Am Heinrich-Schliemann-Gymnasium findet deshalb im Zeitraum vom 11.1. bis zum 18.1.2017 in den Klassen 10a, 10b und 10d eine Erhebung statt, in der zunächst allgemein Lesevorlieben und -gewohnheiten der SchülerInnen abgefragt werden. Im Anschluss erproben die drei Klassen unterschiedliche Zugänge zu exemplarischen literarischen Texten: auf personale, sachbezogene bzw. empatische Art und Weise. Die Ergebnisse dieses groß angelegten und vom Bayerischen Kultusministerium genehmigten Projekts werden unter Leitung von Prof. Dr. Frederking (Lehstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur der Universität Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dr. Jörn Brüggemann (Institut für Germanistik/Fachdidaktik Deutsch der Universität Oldenburg) ausgewertet und in die fachdidaktische Debatte eingebracht werden. Wir freuen uns, an dieser Erhebung teilnehmen zu dürfen, und sind gespannt auf die Ergebnisse!

Klasse 6a besucht Theaterstück zur Migration

Dass Menschen durch Krieg, Armut und Umweltzerstörung in die Migration und Flucht getrieben werden, ist in den letzten Jahren ohne Zweifel in das Bewusstsein vieler Menschen hierzulande gerückt. Dass es sich hierbei aber nicht allein um ein Europa oder Deutschland betreffendes „Phänomen“ handelt, ist im Bewusstsein vieler Menschen weitaus weniger präsent. Genau diesen Gedanken greift die „KinderKulturKarawane“ aus Hamburg auf, die dieses Jahr mit der Theatergruppe „Asociación Tiempos Noevos Teatro (TNT)“ durch Deutschland tourt und hierbei am Dienstag, dem 5. Juli auch im Jugendzentrum „CatchUp“ in Fürth Station machte: Die aus El Salvador stammenden jungen KünstlerInnen erzählen in ihrem Stück „Mein Name ist Maria“ mit Mitteln des Tanztheaters die Geschichte eines jungen Mädchens, das sich aus ihrem von Krieg, Umweltproblemen und Armut gebeutelten Land in der Hoffnung auf ein besseres Leben über Guatemala und Mexiko auf den Weg in die USA begibt. Die Klasse 6a nutzte die Gelegenheit und besuchte gemeinsam mit Herrn Bretschneider und Frau Klose dieses außergewöhnliche Theaterstück. Aufschlussreich war zudem insbesondere das Gespräch mit den jungen Künstlern im Anschluss, bei dem die SchülerInnen Fragen zum Leben, zur Problematik aber natürlich auch Perspektiven dieses weithin unbekannten kleinen zentralamerikanischen Landes stellen konnten. Ebenso bestand die Möglichkeit, sich mit einem Mitarbeiter der Caritas über die derzeitige Situation in der Fürther Flüchtlingsunterkunft auszutauschen. Herzlichen Dank an das Jugendzentrum „CatchUp“ für die Gelegenheit zu diesen interessanten und wichtigen Einblicken – und natürlich auch für die vielen leckeren Kirschen, die wir vorher im Kirschbaum pflücken durften!

Auf der Couch mit Homo faber

Schülerinnen der Klasse 10b mit Regisseurin Ulrike Arnold und den beiden Darstellern des Walter Faber

Schülerinnen und Schülern der Oberstufe bot sich am Montag, den 22. Februar, die besondere Gelegenheit, auf Einladung der Regisseurin Ulrike Arnold eine Probe des Stücks "Homo faber" auf der Probenbühne Uferstadt zu besuchen, das am 3. März im Stadttheater Fürth Premiere feiern wird. Dabei konnte die kleine Gruppe Zeuge davon werden, wie komplex sich eine solche Probensituation gestaltet. Wie lange dürfen die Wege auf der Bühne sein? Wann ist Zeit für Improvisation? Welche Gefühle müssen die Schauspieler in bestimmten Szenen transportieren? Oder ganz praktisch: Wie lange dauert es, ein neu gekauftes Hemd aus der Verpackung zu fummeln, bevor man es anlegen kann? Eine weitere Besonderheit: Es war der letzte Tag auf der Probenbühne vor dem Umzug ins Stadttheater. Äußerst bereitwillig stellten sich das Regieteam und die SchauspielerInnen im Anschluss an ca. 60 Minuten Spiel den Fragen der Schülerinnen. Und so blicken wir gespannt der Aufführung am 8. März entgegen, die wir im Rahmen der Schulplatzmiete besuchen werden. 

12.11.2015

Lustig ist das Zigeunerleben? Antiziganismus in Deutschland

Am 11.11. und am 12.11. nahmen Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a, 10b und 10e sowie ein Deutschkurs der Q12 an der Veranstaltung „Lustig ist das Zigeunerleben? Antiziganismus in Deutschland“ im Babylon Kino Fürth teil. Gezeigt wurde die 48-minütige Dokumentation „Ich bin nicht unberührbar“ der Medienwerkstatt Wuppertal, gefolgt von einem ca. halbstündigen Expertengespräch im Kinosaal. Dabei ging es sowohl um die Lebenssituation der Sinti und Roma in Deutschland als auch um die Entstehung von Stereotypen und ihre Tradierung, vor allem in den Medien. Veranstalter waren neben dem Babylon Kino Fürth das Kinder- und Jugendhaus Catch Up, die Faninitiative Block 12 und das Fanprojekt der SpVgg Greuther Fürth sowie das Jüdische Museum Franken.

Literaturfahrt der Q11 nach Weimar am 25./26. Februar 2015

Wir hatten uns schon einige Minuten vom Stadtzentrum entfernt und fuhren nun mit dem Bus immer tiefer und tiefer in den Wald hinein. So hatten wir Mädchen uns unsere Weimarreise Ende Februar nicht vorgestellt. Vor allem, nachdem wir gesehen hatten, wie der männliche Teil unserer beiden Deutschkurse untergebracht war: in einer modernen Jugendherberge inmitten eines belebten Viertels. So wurde Frau Mußauers Anmerkung, dass es ja nur für eine Nacht sei, empört überhört, angesichts der Idylle, die sich uns beim Aussteigen bot: Wir staksten, teils mit hohen Schuhen, durch eine riesige Wasserpfützenlandschaft auf kleine Holzhütten zu, die vollkommen von Wald umgeben waren. Während wir uns, im Gegensatz zu den meisten Jungen, für den Abend schick machten, stellten wir jedoch fest, dass auch ein Matratzenlager etwas Gemütliches haben kann.

Nach einer ausführlichen Stadtführung durch Herrn Hoffmann kamen wir dann zum eigentlichen Ziel unserer Reise: Der Aufführung des „Faust I“ in Goethes Wahlheimat Weimar. Die Inszenierung war sehr modern gestaltet und für Jugendliche aufbereitet. So beeindruckte vor allem die erste Spielhälfte, beispielsweise durch Szenen mit dem ausdrucksstark gespielten Gelehrten Faust und dem Teufel Mephisto, der als „Bad Boy“ mit Sonnenbrille das Stück immer wieder humorvoll aufheiterte.

Nach der Vorstellung, die sich gegen Ende doch ziemlich in die Länge zog und wenig Überraschungen mehr brachte, warteten wir, den Umständen von Minusgraden entsprechend gut gelaunt, eine knappe Stunde auf unseren gutmütigen Busfahrer, dem eine kleine Panne passiert war.

Der nächste Morgen brachte dann doch für den einen oder anderen eine Erleuchtung mit sich, die beispielsweise in dem Ausruf „Hey, den kenn' ich, der ist in unserem Deutschbuch“ beim Betrachten des Schillerportraits im Museum seinen Ausdruck fand. Dennoch kann gesagt werden, dass wir alle davon profitiert haben, mit dem Besuch des Schiller- und Goethehauses einen Einblick in das Leben und Schaffen der beiden Schriftsteller bekommen zu haben. So konnten wir feststellen, dass diese beiden genialen Persönlichkeiten, die so viel für die deutsche Literatur geleistet haben, an diesem Ort auch private Ängste, ganz alltägliche Sorgen und ein Familienleben hatten.

Nachdem wir die kleine, fast ausgestorben wirkende Stadt noch ein paar Stunden lang bei strahlendem Sonnenschein genossen hatten, machten wir uns schließlich bereichert und müde auf den Heimweg.
Carolin Krause und Aziza Ernst, Q11

22.10.2014

ESCAPE! Theater im Klassenzimmer

Plötzlich steht er da. Und erzählt. Von einem gewissen Jens. Sein eigener Name ist Jan. Oder doch nicht? Wer spricht da eigentlich? Nach und nach enhüllt das Ein-Personen-Stück "Escape!" von Rainer Lewandowski das Innenleben eines jungen Menschen. Das ist einer, der doch eigentlich auch nur zeigen will, dass er Platz für seine Träume und Beistand in seinen Ängsten braucht. Und der dann irgendwie abdriftet in eine Fantasiewelt, in der er die Regeln macht und das Sagen hat, bis hin zu den grauenvollen Plänen eines Amoklaufs oder erschreckenden Selbstmordgedanken.

Der Klasse 9a gehen diese Enthüllungen im wahrsten Sinne des Wortes nahe. Denn Theater im Klassenzimmer, das heißt keine Distanz zwischen Schauspieler und Publikum. Da dürfen dann auch Schüler SMS-Nachrichten laut vorlesen, da springt die Figur plötzlich aufs Pult, da wird auch der Lehrer 'mal ganz schön zusammengestaucht. Dabei feierte das am Stadttheater Fürth erarbeitete Stück am 22.10. ein beachtenswertes Jubiläum: die fünfzigste Aufführung an Schulen der Region Fürth. Man wünscht dem Team um den tollen Darsteller Tristan Fabian und den im Nachgespräch sehr einfühlsamen Theaterpädagogen Johannes Beissel, dass da nochmal fünfzig draufgepackt werden können. Gerne auch wieder am Schliemann!

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