Projekt zu Heinrich Berolzheimer

Aktion des Jüdischen Museums mit Schülerinnen des W-Seminars „Jüdische Spuren in Fürth“

„Kennen Sie Heinrich Berolzheimer?“, „Was wissen Sie über die Geschichte der Fürther ‚Comödie‘“, „Ist Ihnen das Verlagssymbol mit der Eule bekannt?“ – Diese und andere Fragen richteten Johanna Denzler, Paula Siekmann und Kathrin Weisser, Schülerinnen der 11. Jahrgangsstufe unserer Schule und Teilnehmerinnen des W-Seminars „Jüdische Spuren in Fürth“ von Herrn Bretschneider, am Dienstagmorgen (12. Juni) an die Passanten der Straßen Obstmarkt, Ludwig-Erhard-Straße und Mohrenstraße.

Natürlich hatte diese Frageaktion einen Hintergrund: Zum einen sammelten die Schülerinnen durch die Befragungen Material für die von ihnen anzufertigenden W-Seminar-Arbeiten, zum anderen ging es aber vor allem darum, in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Fürth auf zwei neue externe Ausstellungsorte des Museums in der Innenstadt aufmerksam zu machen: Im Eingangsbereich des Papierhauses Schöll am Obstmarkt 1 findet sich nun ein Schaukasten, der auf das Leben und Wirken des Fürther Bleistiftfabrikanten Heinrich Berolzheimer (1836-1906) verweist, der ab 1859 die Fürther Bleistiftfabrik „Berolzheimer und Illfelder“ führte und die Expansion des Unternehmens in die USA vorantrieb. Gleichzeitig engagierte sich der erfolgreiche Unternehmer für seine Heimatstadt und tat sich als Stifter hervor, indem er den „Fürther Volksbildungsverein“ ins Leben rief und mit dem „Berolzheimerianum“, der heutigen „Comödie“, ein Volksbildungsheim errichten ließ. Heinrich Berolzheimer wurde im Jahr 1836 im Haus neben dem Papierhaus Schöll, in der heutigen Ludwig-Erhard-Straße 19, geboren. Passenderweise führt das alteingesessene Fürther Unternehmen auch heute noch Produkte der einst von Heinrich Berolzheimer geleiteten Bleistiftfabrik. Ein weiteres Infofenster findet sich im in der Nachbarschaft gelegenen Umweltladen des Bund Naturschutz in der Mohrenstraße 2. In diesem Haus wurde 1826 der bekannte Verleger Leopold Ullstein (gest. 1899) geboren, der nach seinem Umzug nach Berlin zu den bedeutendsten Zeitungsverlegern des Kaiserreichs gehörte. Der aus seinem Zeitungsverlag hervorgegangene Ullstein-Buchverlag, mit der Eule als markantem Symbol, existiert bis heute. Beide Infofenster sind Stationen eines ab Sommer stattfindenden neu konzipierten Stadtrundgangs zur jüdischen Geschichte unserer Stadt, die das Jüdische Museum Fürth ab sofort für Grundschulklassen anbieten wird. Es stellt sich heraus, dass die Fürtherinnen und Fürther durchaus mit den Namen und dem Wirken der beiden berühmten (jüdischen) Söhne ihrer Stadt vertraut sind. Wer selber sein diesbezügliches Wissen erweitern möchte, ist herzlich eingeladen, die beiden Fenster am Obstmarkt 1 bzw. in der Mohrenstraße 2 zu betrachten. An dieser Stelle sei noch einmal ganz herzlich den drei oben genannten Schülerinnen für ihr großes Engagement gedankt, ebenso Frau Johanna Klose, die als an das Jüdische Museum abgeordnete Lehrkraft die Aktion initiiert hatte, und Frau Katrin Thürnagel, die die Aktion als Museumspädagogin des Jüdischen Museums begleitete. Ein herzlicher Dank gilt selbstverständlich auch dem Papierhaus Schöll sowie dem Bund Naturschutz Fürth.

Friedemann Bretschneider

Fürther Kultur - Gestern, Heute, Morgen

Unter diesem Motto drehte das P-Seminar Geschichte im Schuljahr 2014/15 einen Dokumentarfilm, in dem es sich mit der Fürther Kulturszene und ihrer Geschichte auseinandersetzte. So unterschiedliche Themen wie aktuelle Musikfestivals, die Fürther Theaterszene oder jüdische Kultur in Fürth wurden dabei beleuchtet.

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