Jahresbericht 2017/2018

Schule in Zeiten der digitalen Bildung

Wir leben in einer digital geprägten Gesellschaft, die eine eigene Kultur in Lebens- und Arbeitswelt hervorbringt. Schule muss sich daher der Frage nach Bildung in der digitalen vernetzten Welt umfassend stellen. Dies trifft auf alle Schularten zu und schließt auch alle Ausbildungsrichtungen mit ein. Ohne Verständnis der grundlegenden Konzepte der digital vernetzten Welt können Bildungsprozesse heute nicht zukunftsfähig gestaltet werden. Dies sieht auch das Kultusministerium so und hat alle Schulen aufgerufen, ein auf jede Schule individuell abgestimmtes Medienkonzept zu entwickeln. Die Perspektiven der digitalen Bildung umfassen dabei sowohl die Kernaufgaben der Allgemeinbildung wie Förderung von Verantwortungsbewusstsein, Urteilsfähigkeit, Kreativität, Partizipation, als auch die Nutzung digitaler Medien als Werkzeug für das Lernen und die Organisation der Schulinfrastruktur. Medien können den Zugang zum Lernen verbessern, wenn dies  didaktisch sinnvoll und reflektiert geschieht. Der Elternbeirat hat im letzten Jahr daher verstärkt die Schule bei der Suche nach Umsetzungsmodellen für die digitale Bildung unterstützt. Er wird die  Schule auch weiterhin konstruktiv auf diesem Weg begleiten und seine Expertise aus  unterschiedlichen Bereichen einbringen.  

Mit der Einführung des G9 steht der Schule ein weiterer Strukturwandel bevor. Der erste G9 Jahrgang ist zwar schon an der Schule angekommen, die Auswirkungen auf den Schultag werden aber  verstärkt erst in den nächsten Jahren erkennbar werden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die  Schulleitung derartige Herausforderungen mit viel Sachkenntnis bewältigt. Hier kommt der Schule  auch sicherlich der enge Kontakt unseres Schulleiters Herrn Böckl zum Kultusministerium zugute.  Durch seine frühere Tätigkeit für das Kultusministerium ist er mit Verwaltungsvorgängen bestens  vertraut und seine persönlichen Kontakte ins Ministerium sind sicherlich nicht von Nachteil. Mehr  Sorgen bereitet da die Raumnot im Schliemann, die durch die Einführung des G9 weiter verstärkt  wird. Hier ist die Stadt jetzt als Sachaufwandsträger in der Pflicht, eine Entscheidung zu fällen, mit  welchem Konzept sie diesem Zustand abhelfen möchte. Eine Entscheidung vor der Sommerpause  wäre aus meiner Sicht ein wichtiges Signal. 

Ein zentrales Anliegen des Elternbeirats ist es auch, möglichst viele Eltern in das Schulleben einzubinden, um damit das Gemeinschaftsgefühl der Schulfamilie zu stärken. Neben den Schulkonzerten - hier geht mein besonderer Dank an die Fachschaft Musik, die sich in  herausragender Weise um die Außendarstellung der Schule verdient gemacht hat - und dem  Sommerfest hat der Elternbeirat zwei weitere Initiativen angestoßen - die Einführung der  Elternklassensprecher in Unter- und Mittelstufe und die Gründung eines Elternchors. Mit Teilen des  Elternbeirats fand ein gemeinsames Treffen der Elternklassensprecher statt. Hier konnten verstärkt  die Anliegen der Eltern an den Elternbeirat herangetragen und Anregungen wie Probleme direkt  aufgenommen werden. Der Elternchor erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und ist ja vielen  durch seinen Auftritt beim Weihnachtskonzert in der Stadthalle bekannt. Unter dem Motto „Singen  macht glücklich“ trifft sich der Elternchor zweimal im Monat in der Schule zum gemeinsamen Singen.  Neuzugänge sind herzlich willkommen. An dieser Stelle auch nochmals vielen Dank an die  Chorleiterin Almut Mahr, die den Chor seit der Gründung im Herbst 2017 mit viel Enthusiasmus und  Engagement leitet.

Der humanistische Zweig ist in der Tradition des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums fest verankert.  Auch in Zeiten von digitaler Bildung - oder vielleicht gerade deshalb - hält der Elternbeirat es für  wichtig, diese Bildungsmöglichkeit aufrechtzuerhalten. Bei aller Veränderung von Bildung darf nicht ausschließlich der Gedanke der vermeintlich nützlichen Bildung im Vordergrund stehen. Eine humanistische Bildung hat viel mit Urteilsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein zu tun. Dies sind Eigenschaften, die eine digitale Gesellschaft für eine erfolgreiche Gestaltung der Zukunft dringend benötigt. Aus diesem Grund hat es sich der Elternbeirat zur Aufgabe gemacht, sich aktiv an der Bewerbung für den humanistischen Zweig zu beteiligen. Das Ergebnis vorweg: Es ist gelungen, acht Schülerinnen und Schüler für das Erlernen von Griechisch zu begeistern. Aus meiner Sicht lässt sich daraus ableiten, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Eltern und Schule aussehen kann: Die Schulleitung stand zu 100 % hinter unserer Arbeit, eine Arbeitskreis aus Mitgliedern des Elternbeirats und einer Lehrkraft hat sich über das ganze Schuljahr regelmäßig getroffen, um Maßnahmen für eine Bewerbung zu entwickeln. Mein besonderer Dank gilt hier Oberstudienrat Martin Wachter und Dr. Anselm Horn aus dem Elternbeirat. Beide haben durch ihren großen Einsatz maßgeblich zum Erfolg beigetragen. 

Die Spenden der Eltern sind ein wichtiger Baustein für die Gestaltung des Schullebens, welche die Möglichkeiten des Sachaufwandsträgers übersteigt. In diesem Jahr konnten wieder über 10.000 Euro als Spenden verbucht werden. Im Namen des Elternbeirats und aller Schülerinnen und Schüler auch  an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an alle Eltern für die große Spendenbereitschaft.  Mit Ihrer Spende, liebe Eltern, konnten weitere technische Geräte für die Aufführungen der Theater AG und der Musikfachschaft angeschafft werden; daneben wurden die Anschaffung weiterer  Smartboards unterstützt und Zuschüsse für das umfangreiche Fahrtenprogramm der Schule gewährt.  Erste Schritte für die Erneuerung der naturwissenschaftlichen Sammlung konnten ebenfalls in die  Wege geleitet werden.   

Ein besonderer Höhepunkt war für mich auch in diesem Jahr wieder die Verleihung der Schliemann Eule im Rahmen des Weihnachtskonzerts. In diesem Jahr wurde Frau Margarethe Keim  ausgezeichnet, die 27 Jahre als Schulsekretärin für das Heinrich-Schliemann-Gymnasium gearbeitet  hat. Frau Keim wurde aber nicht für ihre lange Dienstzeit geehrt, sondern für ihren Einsatz für die  Schule, der bis zum letzten Tag auf allerhöchstem Niveau stattfand. Die Skulptur wurde  dankenswerterweise erneut von der Firma Tabrizi Kunststoffverarbeitung gestiftet. Herr Tabrizi ist  dabei nicht nur der Stifter, sondern auch der gestaltende Künstler. Jedes Jahr entwirft er aus einer  Kombination von Sandstein und Plexiglas eine neue Skulptur. Übrigens: Jeder aus der Schulfamilie ist  berechtigt, Preisträger vorzuschlagen. Liebe Eltern, ich möchte sie ausdrücklich ermuntern, von  dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.  

Die zweijährige Amtszeit des Elternbeirats endet mit diesem Schuljahr. Mit Beginn des nächsten Schuljahrs wird ein neuer Elternbeirat gewählt. Ich kann nur alle Eltern dazu ermutigen, sich an der Wahl zu beteiligen oder sich selbst für einen Sitz im Elternbeirat zu bewerben. Die Arbeit im Elternbeirat gibt interessante Einblick in das Schulleben und ermöglicht es, die Schule und das  Schulleben mitzugestalten.   

Bei den Mitgliedern des Elternbeirats möchte ich mich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass trotz zeitlicher Engpässe aufgrund familiärer und beruflicher Verpflichtungen der Elternbeirat sehr engagiert gearbeitet hat.   

Wieder verlässt eine Schülergeneration das Schliemann mit dem Reifezeugnis. Ich wünsche den jungen Menschen für ihre Zukunft alles Gute und dass möglichst viele ihrer Wünsche für die Zukunft  in Erfüllung gehen. Frei nach dem Motto „Lernst du noch oder lebst du schon?“ wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern ausgelassene und fröhliche Ferien und uns Eltern etwas mehr Zeit, sich  mit den Kindern zu beschäftigen und sie beim Aufwachsen zu begleiten. Sie werden so schnell  erwachsen.

Es grüßt Sie herzlich,

Klaus Lutz
Vorsitzender des Elternbeirats

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