Die Reise von Plattform 9 ¾ ins Land von Harry Potter, Schuluniformen und Shakespeare

Also schön, Zauberstäbe wurden nicht geschwungen, und die Reise in das südenglische Städtchen Hertford war auch ein wenig prosaischer als bei Harry Potter, aber außergewöhnliche Erfahrungen, dramatische Begegnungen und abenteuerliche Überraschungen bot der Englandaustausch 2014 trotzdem.

Zwanzig Mädchen und Jungen der achten Klassen waren unter den Bewerbern ausgelost worden, um eine Woche lang am Leben ihrer Austauschpartner an der Richard-Hale-School in Hertford teilzunehmen. Die Aufregung, die Jungen der englischen Schule kennen zu lernen, war groß  - ebenso wie die Überraschung über den ungewohnten Anblick Hunderter Schüler in Anzug und Krawatte. „Die sehen so vornehm aus“, hieß es am ersten Tag, und „die benehmen sich im Unterricht ja genauso wie wir!“ bald darauf, sobald wir an den ersten englischen Schulstunden teilgenommen hatten.
Am Montag im Zug nach London gab es dann Geschichten von einem spannenden Wochenende mit der Gastfamilie auszutauschen: Was gibt’s bei euch zum Frühstück? – Wir waren im Harry-Potter-Theme-Park! – In Manchester beim Fußballspiel – Ich versteh fei nur die Hälfte von dem, was mein Partner sagt – das Bowling hat Spaß gemacht – die haben ein riesiges Haus ....
In der Weltmetropole London wurden die begleitenden Lehrkräfte Herr Seuser und Frau Arenz zu Hirtenhunden, die – manchmal knurrend und grollend – dafür sorgten, dass im Gedränge und im Regen keiner verloren ging und die Gruppe mehr oder weniger rechtzeitig zum Globe Theatre am Themseufer gelangte. Dank des amüsantesten und eindringlichsten, vielleicht auch verrücktesten Globe-Führers aller Zeiten wissen wir jetzt ganz genau, warum Bier im Theater Leben retten kann, warum die besten Plätze zu Shakespeares Zeiten hinter den Schauspielern lagen und warum Hamlet das genialste Stück ist, das je geschrieben wurde. Natürlich ist London – wie sich aus der erhabenen Perspektive des London Eye wunderbar erkennen ließ – viel zu groß, um an einem Tag auch nur annähernd erkundet werden zu können, und deshalb ging es am Dienstag gleich noch einmal in die Hauptstadt – diesmal zur Seilbahnfahrt über die Themse, in den Olympics Park und in den Westfield Shopping Centre, wo einige Schüler der Gruppe am liebsten noch viel länger geblieben wären ... Schwamm drüber, zu guter Letzt sind dann auch tatsächlich alle wieder nach Hertford zurückgekehrt, wenn auch nicht alle Gleis 9 ¾ rechtzeitig erreicht hatten.

Weitere Einblicke in das englische Schulsystem konnten die deutschen Schüler dann am nächsten Tag gewinnen, ehe es am Donnerstag in die ehrwürdige Universitätsstadt Cambridge ging. Im Punt-Kahn auf dem Fluss Cam zogen die schönsten Gebäude an uns vorbei, sahen wir alte und neue Brücken über unseren Köpfen und lernten, womit man Enten und Gänse auf dem Wasser nicht füttern sollte. Bepackt mit Süßigkeiten, neuen Erfahrungen, verbesserten Englischkenntnissen und guten Wünschen der Gasteltern ging es am Freitag dann sehr früh auf den Weg nach Hause. Manch eine hätte die Abreise ja lieber auf drei Uhr nachmittags verlegt, aber es half nichts: Ryan Air bestand darauf, um 6.25 Uhr zu fliegen, und so ging eine ereignisreiche Woche in England für viele allzu schnell vorbei. Bleibt der Gegenbesuch der Engländer im Sommer. Hoffentlich finden sie den Bahnsteig 9 ¾, dann gibt es ein lang erwartetes Wiedersehen.
Und bis dahin ...
So long, see you, bye, the rest is silence....

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