Studienfahrt Normandie 2018: Eine Regenjacke auf Reisen

Am Samstag, den 17.03., wurde ich sehr früh von meinem Haken gerissen und mit 11 Brüdern und Schwestern verschiedenster Farben ging es dann vom Nürnberger Hauptbahnhof los nach Paris.

Schon mit dem ersten Umsteigen in Frankfurt versprach es, eine sehr aufregende Reise zu werden: Herr Abel, seit kurzer Zeit stolzer Besitzer eines Smartphones, bemerkte im neuen Zug überrascht, dass er auf einmal zwei Handys in seiner Tasche hatte, sein eigenes und das eines fremden Mitfahrers. Als er dann schnell ausstieg, um es am Bahnhof zum Fundbüro zu bringen, hofften alle, vorne dran natürlich Frau Wildner, dass ihr Kollege rechtzeitig zur Abfahrt wieder ankomme, was er letztendlich auch geschafft hat.
Bei der Ankunft in Paris wurde ich auch sofort gebraucht, denn das Wetter ließ mit Schneeregen sehr zu Wünschen übrig. Nachdem kurz die durchnässten Koffer im Hotel abgestellt wurden, war es Zeit für ein erstes Entdecken der Stadt. Aufgrund des Wetters kam es zu einer Programmänderung: Der Bummel durch Paris wurde mit dem Besuch des Musée d`Orsay ersetzt. Anschließend ging es noch zur Notre Dame und nach einem gemütlichen gemeinsamen Abendessen kehrten wir ins Hotel zurück.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen von Sightseeing: Alle berühmten Attraktionen wurden besichtigt, unter anderem natürlich der Eiffelturm, der Arc de Triomphe und die Champs-Elysée, Sacre couer zu denen uns wider Erwarten nicht die Lehrer, sondern unser Navigator Yannick lotste. Natürlich hatten wir auch einige Stunden Freizeit, die jedoch komischerweise von manchen lieber für einen ausgedehnten Aufenthalt auf dem Hotelzimmer, als für eine Erkundung von Paris genutzt wurden…
Auf den geplanten Sonnenuntergang mit Ausblick über ganz Paris mussten wir aufgrund des schlechten Wetters leider verzichten. Dafür ist ein Großteil der Gruppe spätabends noch einmal losgezogen, um den Eiffelturm bei Nacht zu sehen.

Leider waren die zwei Tage in Paris damit auch schon vorbei und es ging am nächsten Morgen mit dem Zug weiter nach Caen in die Normandie.
Auch hier wurden ich und meine Freunde dringendst benötigt, denn es regnete in Strömen. In Caen angekommen fuhren wir mit Sack und Pack per Bus zum Memorial, dessen Mitarbeiter uns dankenswerterweise das Unterstellen des Gepäcks erlaubten. Hier konnte man in der ausführlichen Ausstellung das Wissen über die Landung der Alliierten in der Normandie, den sogenannten D-Day, vertiefen. Von dort aus mussten wir dann nur noch den Weg zum Hotel suchen, den wir natürlich nur mit Yannicks Hilfe gefunden haben. In einer kurzen Pause, in der mit Überraschung festgestellt worden ist, dass sich immer zwei Leute eine Decke teilen müssen, wurden kurzerhand noch weitere Decken organisiert und die Schüler mussten sich zum Glück nicht die restlichen Tage „auf ihr Eheleben vorbereiten“, wie es Frau Wildner wohl lieber gehabt hätte. Den Abend ließen wir dann noch gemeinsam in Caen ausklingen, nachdem wir uns dort ein schönes „Wirtshaus“ (Frau Wildner) gesucht hatten.

Am Dienstag wurde der berühmte Teppich in Bayeux besichtigt, dessen Ursprünge auf der Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ausführlichst von Herrn Abel erläutert wurden. Herr Abel, sind Sie sich sicher, dass sie Deutsch- und kein Geschichtslehrer sind?
Bei der anschließenden Wanderung an der Steilküste von Arromanches streikten dann Teile der Gruppe, da der heftige Wind selbst uns Regenjacken überforderte. Man entschied sich also zum Besuch eines Cafés, was, dort angekommen, auch niemand mehr bereute. Natürlich mussten wir uns im Ort noch zum obligatorischen täglichen Gruppenfoto positionieren. Aufgewärmt und bei Ebbe folgte dann der Spaziergang am Strand, der von Frau Wildner mit umfangreichen Vorträgen über das Biotop Watt und seine Bewohner begleitet wurde. Sie hat mit der Wahl zur Biologielehrerin auf jeden Fall alles richtig gemacht.

Am folgenden Tag hatte Herr Abel, zur Freude aller, einen Bus geordert, der uns ganz entspannt die gesamte Küste, auf den Spuren des D-Days, entlang chauffierte. Leider hatte ich an diesem Tag nicht viel zu tun, denn es war so sonnig, dass ich kaum zum Einsatz kam. Zum Abendessen, bei dem größtenteils Pizza, aber von einigen mutigen Schülern auch Muscheln verzehrt wurden, ging es dann wieder zurück nach Caen. Im Restaurant stellte Herr Abel die Schüler und Frau Wildner vor mit den Worten: „meine Frau und unsere 10 Kinder“, was von da an zum Running Gag wurde.

Am Donnerstagmorgen wurden wir auf dem Parkplatz vor dem Hotel von einem großen Reisebus mit ca. 50 Plätzen überrascht, da an diesem Tag kein kleinerer mehr zur Verfügung stand. So kamen wir uns auf dem Weg zum Mont St. Michel, einer berühmten,  auf einer Insel gelegene Abtei, etwas verloren vor. Die winzige Gemeinde auf dem Hügel war aber auf jeden Fall die Reise wert und fasziniert wurde sie besichtigt. Natürlich durfte auch an diesem Tag das obligatorische Gruppenfoto nicht fehlen.
Da wir im Restaurant des Vorabends schon als Großfamilie bekannt waren, musste der allerletzte gemeinsame Abend natürlich dort verbracht werden. Die ursprünglich für den Nachmittag geplante Cidre Verkostung wurde dann auf das Abendessen im „Wirtshaus“ verschoben. Wichtig anzumerken ist noch, dass Cidre keineswegs nach Apfelsaft schmecken kann, der zu lange offen herum stand, wie ein Schüler den Geschmack beschrieb, da es sich um eine „anaerobe Herstellungsweise“ handelt, so unsere Bio-Expertin.

Leider folgte auf den letzten sehr geselligen Abend auch schon die Abreise am nächsten Morgen. Es wurde noch einmal sehr spannend, da das Erwischen des Anschlusses in Frankfurt wegen Verspätung unseres ersten Zuges auf der Kippe stand. Wie sollte es auch anders sein, wenn man mit der Bahn unterwegs ist. Schließlich kamen wir dann aber doch pünktlich und wohlbehalten um 22 Uhr in Nürnberg an.

Ich und alle anderen Regenjacken wurden auf dieser Fahrt jedenfalls täglich gebraucht und jeder war froh, uns eingepackt zu haben.

Abschließend noch einmal ein großes Dankeschön an Herrn Abel und Frau Wildner für diese wunderschöne Studienfahrt mit unglaublich angenehmer und familiärer Atmosphäre. War ja klar, schließlich war das „Lehrerehepaar“ ja mit seinen 10 Kindern unterwegs. Und ein besonderes Lob verdient natürlich auch Yannick, ohne den wir vermutlich niemals unversehrt wieder zu Hause angekommen wären.

Isabel Dannemann, Annamona Lischke

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